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Aus einigen Gründen habe ich mich dazu entschlossen, nachträglich einen Blog über die Restauration meiner "Simson (Brandis) Duo" zu schreiben.

Ich habe echt Blut geleckt an dem Teil und möchte meine Begeisterung (mit)teilen.

Viele, viele Einträge in Foren und Tipps auf Simson-Seiten und auch Antworten auf Email-Anfragen haben mir geholfen, "Udo" zu restaurieren. Ohne diese Leute hätte ich das Projekt niemals geschafft! Von den Problemen die ich hatte und den Lösungen die ich gefunden habe, sollen auch andere profitieren können. Also: Nutzt die Kommentarfunktion!

Es macht mir Spaß, noch einmal zu rekapitulieren, auf welche Schwierigkeiten ich gestoßen bin und welche Wege ich gefunden habe, diese zu überwinden. Das ist fast so wie eine zweite Restauration. Zu der fehlt mir im Moment WIRKLICH die Kohle. In Udo steckt all mein "Taschengeld" ;).

Und nachträglich schreibe ich deshalb, weil ich während der Restauration niemals Zeit zum schreiben gefunden hätte - ich war ja schließlich mit verölten Fingern in der Garage.

 

- Mittlerweile bin ich mit dem Rückblick auf die Restauration fertig und schreibe aktuelle Entwicklungen direkt auf. Alles, was ich im Moment an der Duo erledige, erfordert mal ein Stündchen hier und zwei Stündchen dort. So bleibt auch Zeit, um zwischendurch einen Überblick darüber zu geben. -

 

Viel Spaß beim nachverfolgen!

 

Daniel

 

 

 

Moin!

Kurz nach meinem 34. Burtseltach habe ich mich verliebt und heute ist sie schon zu uns gezogen.

Hier seht ihr die Duo 4/1 aus dem Jahre 1974 in dem Zustand, wie ich sie erstanden habe. Damals in der DDR als Krankenfahrstuhl gefahren, erfreut sie sich heute zunehmender Beliebtheit bei Simson-Fans.

Meine hier war nicht fahrbereit und mit abblätterndem Lack, absolut desolaten Bremsen und Reifen. Lediglich die Elektrik schien nicht ganz im Eimer. Der nette Vorbesitzer hatte mich aber gewarnt, dass sie schon 8 Jahre gestanden hat..

Naja, einmal verliebt ;)

     

Verdeck und Dachgestänge sind dabei und gut in Schuss!

  

"Gekauft, wie gesehen", heißt die Devise und die Geschichte meiner Duo fängt an!

 

 

 

Erst einmal versuchte ich, mich an die (mangelhaften!) Technik- und Schraubererfahrungen aus meiner Jugendzeit zu erinnern. Damals, 1999 etwa, bin ich schon einmal eine Schwalbe geritten. Aber das Ding lief irgendwie immer und musste nie repariert werden..

Also das WWW mit Suchanfragen gefüttert und anschließend: Vergaser und Benzinfilter gereinigt, Zündkerze gewechselt, Zweitakter angemischt und getreten, getreten, getreten..

Und tatsächlich regte sich irgendwann etwas und die Duo stand mit spuckendem und stotterndem Motor vor uns. Eingehüllt in eine lieblich-duftende, weiße Zweitakterabgaswolke.

Fazit: Weitermachen lohnt sich :)

 

 

 

Nachdem Alex die Duo mit Schwamm und vieel Wasser geschrubbt hat, stand sie irgendwann glänzend vor uns. Und ja, sie war tatsächlich blau, wie versprochen!

Das Foto ist etwas später entstanden, als die Sitzbank schon neu bezogen war und ich die Armlehnen bereits nachgefertigt hatte. Dazu kamen OSB-Platten, Dachlatten, Schaumstoff, Stoff und Tackernadeln zum Einsatz. Etwas zusammengebastelt zwar, aber bequem!

Auch der neue Spitztütenauspuff und ein paar andere unbedingt notwendige Teile sind hier schon verbaut.

Die ersten Fahrversuche mit der Duo: "..." Mir fehlten echt die Worte. "Vergleichbar mit... nix anderem!" Ohne in Schwärmerei verfallen zu wollen, es macht einfach Spaß!:

Die Schaltung außerhalb des Fahrzeugs. Das ist richtig Arbeit! Den ersten Gang habe ich beim zurückziehen gefunden. Den zweiten und dritten beim nach vorne drücken. Mit Abstand am schwersten lässt sich aber der Leerlauf finden. Irgendwo zwischen dem 1. und 2. Gang. Feingefühl ist hier gefragt!

Gasgeben wie beim Moped. Mit der rechten Hand und nicht wie beim Auto mit dem Fuß. Lustig, weil man nicht wie auf nem Moped sitzt, sondern eben wie in einem Auto!

Bremsen gibt es auch. Zwar kaum zu spüren, aber wenn man den ganzen Lenker samt Gestänge nach vorne drückt, dann bremsen alle drei Räder.

Der Auspuff neben dem Fahrersitz sorgt dafür, dass man nicht vergisst, dass man hier kein Auto fährt. Mit einem Nasenloch atmet man  stes den lieblichen Zweitakter-Geruch ein.

Und laut ist die Karre! Der Motor ist ja direkt neben den Füßen und der Fahrer so nicht wirklich lärmgeschützt. Die Firma Ohropax fährt erstmal mit.

 

 

 

Nach den ersten Fahrversuchen wurden mir zwei Dinge klar:

1. Das Teil ist geil!

2. Das Teil ist alt!

Am meisten ärgerte die Leistung. Die war schlichtweg nicht vorhanden. Im ersten Gang kam ich überall hin, aber der zweite war kaum zu gebrauchen. Den dritten Gang habe ich liebevoll "Abbremsgang" getauft, denn zum beschleunigen taugte er wirklich nicht.

Also wurde der akf-shop geplündert. Vom Getriebeöl -übrigens HLP 46 und nicht das normale Zeug- über Kondensator, Teillastnadel, Halbmond und Wellendichtringen bis hin zur neuen Zylinder-Kolben-Garnitur wurde bestellt. Anschließend begann für mich die Lehrzeit. Der Ausbau der meisten Teile geht ja noch. Nur wie gehören die Teile wieder zusammen? Und dann brauchte ich noch Werkzeug wie Polradabzieher, Führungsdorn und Fühlerlehre. Dank einiger Zeit auf Simsonseiten und diversen Anmeldungen in entsprechenden Foren weiß ich jetzt, welchen Sinn diese ganzen Teile erfüllen. Aber erst einmal stand ich da, wie ein Ochs vorm Berg. Wie ein Wessi vor nem Ossi-Moped halt :)

                     

 

 

 

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