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Am 27.7. war es dann soweit. Die Duo war auseinander. Bis auf die letzte Schraube (Motor ausgenommen - da wage ich mich noch nicht dran). Ganz schön viele Teile, die sich da auf dem Garagenboden sammelten. Ein erstes Resümee: "eine gute Substanz, glaubisch.."

 

   

Jetzt konnte es also losgehen. Womit fängt man da bloß an?!

 

 

 

 

Als erstes muss der Lack ab. Auf die Arbeit habe ich mich wirklich nicht gefreut. Aber gut, gehört halt dazu. Aber wie am besten und günstigsten?

"auf jeden Fall sandstrahlen", "sandstrahlen ist zu teuer - das mache ich lieber selbst" "beizen!!" "mit der Topfbürste", "keine Topfbürste, besser Negerkekse. Aber den in lila, nicht in schwarz" "für die Ecken und engen Stellen eine Zylinderdrahtbürste"

1000 Wege führen laut den erfahrenen Schraubern zum Ziel. Meiner sollte nach reiflicher Überlegung dieser sein (ich wollte ja schließlich auch selber ran!):

Negerkeks, lila
Zylinderdrahtbürste
Topfdrahtbürste

Von meinem Opa hatte ich unter anderem eine Bohrmaschine geerbt, die wunderbar zum reinigen mit irgendwelchen Bohrmaschinenaufsätzen herhalten konnte. Also fröhlich und gut gerüstet ans Werk!

Die Ernüchterung und auch die Einsicht kamen schon nach sehr kurzer Zeit:

Die Topfdrahtbürste funktionierte zwar, sie ließ die ehrwürdigen Bleche aber schon ordentlich leiden. Die wurden auch ziemlich warm und gelegentlich ließen sich ein paar Funken blicken. Mühsam war das auch - und zwar ordentlich!

Die Zylinderdrahtbürste hat den Geist nach 3min aufgegeben und war dabei in etwa so wirksam wie das Blech mit `nem feuchten Tuch kräftig abzurubbeln.

Der lila Negerkeks - oder politisch korrekt "die CBS-Reinigungsscheibe" - war dagegen schon eine tolle Sache. Pfeifend legte ich los und drehte meine Runden mit der Reinigungsscheibe. Und drehte. Und drehte. (übrigens ist die schwarze Scheibe tatsächlich etwas weicher. Ich fand die lila Scheibe wesentlich haltbarer!)

Und dann hatte ich keinen Bock mehr, weil mir der Arm abfiel, die Schulter schmerzte und der Staub in die Nase kroch. :/

Nach kurzer Recherche zum Thema "Beize" wusste ich auch, dass man das richtig gute Zeug nicht mehr einfach so bekam und das heute übliche Beizmittel nur verdünntes Spüliwasser sein sollte. Also so auch nicht.

      

 

 

 

Nachdem ich mich schlau gemacht hatte, was die Lackierereien wohl für die Lackierung einer Duo samt Rahmen nehmen würden, stieß ich auf diverse Berichte von Menschen, die ihr Moped selber lackiert haben. Die Erfahrungen reichten von "echt schwierig bis unmöglich, keine Nasen zu fabrizieren" bis hin zu "lohnt sich und das Ergebnis kann sich sehen lassen".

Weil ich so viel wie möglich selber machen wollte und keinen €-kackenden Esel habe, entschied ich mich für eine Spraydosenlackierung mit gutem Lack aus guten Dosen. Doch zunächst einmal musste die Garage umgebaut werden. In eine Lackierkabine:

     

Um die fertig grundierten und nachher lackierten Teile zum Trocknen aufhängen zu können, ohne sie anzufassen, bastelte ich mir einige Hilfsmittel. Zum einen mehrere Kordel von der Decke mit einem Haken am Ende in der Lackierkabine und zum anderen kleine Stücke mit je einem Haken an beiden Seiten. Dann noch außerhalb der Kabine Kordel mit Haken an der Decke. So konnte ich die zu lackierenden Teile in der Kabine lackieren und anschließend zum durchtrocknen außerhalb dieser aufhängen. Das hat wunderbar funktioniert.

 

 

 

Also blieb nur noch das Sandstrahlen. Die erste Anfrage machte so richtig Mut: 630€ nur fürs Strahlen aller Teile. "Pffft!"

Dann konnte ich aber einen Landwirt in der Nähe damit beauftragen, Udo mal so richtig kräftig abzuduschen. Der hatte zwar nur eine Sorte recht groben Quarzsand, aber er war super schnell und nett und wollte auch nur 160€.

Nach nicht ganz einer Woche hatte ich alle Teile entlackt vor mir liegen:

     

Nur den Tank und ein paar Kleinteile hatte ich vergessen mit abzugeben und musste dann doch noch einmal mit der Reinigungsschebe ran. :/

 

Mein Fazit zum Thema entlacken:

Nicht lange selber versuchen, sondern bisserl Geld in die Hand nehmen und sandstrahlen lassen. Wenn man die Moped-Angebote im Netz mal so durchstöbert, werden auch verdächtig viele halbentlackte Teile zum Verkauf angeboten..

 

 

 

Im großen und ganzen zeigte sich nach dem Sandstrahlen ein ganz ordentliches Bild. Der Rahmen ist noch richtig gut in Schuss, keine Bruchstellen oder Durchrostungen. Es gab jedoch vier Stellen, die ich mir genauer ansehen musste. Das Heckblech hatte zwei Stellen, die gebrochen waren und auch die Seitenbleche hatten hinten gebrochene und verrostete Stellen.

     

Da ich nicht schweißen kann und auch niemanden kenne, der mir die Bleche hätte schweißen können, besann ich mich auf meine Modellbauerfahrungen und kaufte mir Epoxidharz, Glasfasermatte und Spachtelmasse.

Damit konnte ich die Stellen ausbessern, allerdings zeigte sich in der weiteren Bearbeitung und nachher beim anbringen der fertig lackierten Teile, dass diese Entscheidung nicht gut war. Die Stellen brechen einfach zu leicht wieder. Ach ja: Versuche, die Bleche mit Zink zu löten schlugen leider bei mir auch fehl. Die richtige Entscheidung im Nachhinein wäre gewesen, jemanden zum schweißen zu finden.

     

Die schwarzen Stellen kommen dadurch zustande, dass ich Rostumwandler von Hammerit benutzt habe. Auf dem gesamten Heckblech und an den etwas kritischen Stellen der anderen Teile. Das Zeug wird erst schwarz, wenn es mit Rost reagiert. Weil ich aber nach dem Sandstrahlen fast überall noch einmal mit feinem Nassschleifpapier drüber bin, siedelte sich ziemlich flott Flugrost an - ergo wurde dieses Zeug überall dunkel, wo ich es benutzte. Na, schaden wird`s wohl nicht.

Die zu grundierenden Teile habe ich mit Silikonentferner eingesprüht und mit einem Mikrofasertuch getrocknet. Danach habe ich die Grundierung aufgesprüht. Mit dem Sprühdosenaufsatz von Spraymax ging das wirklich gut und stellte eine gute Übung fürs spätere Lackieren dar. Nasen (die ich natürlich fabrizierte!), konnten noch einfach mit Nassschleifpapier entfernt werden. Je dicker die Grundierung, desto besser wurde das Endergebnis.

   

      

Auf dem letzten Bild sieht man, dass das Heckblech ziemlich hubbelig aussieht. Leider hat sich das nicht egalisiert, wie ich ursprünglich gedacht hatte. Ansonsten sah es jetzt doch schon wirklich ganz schick aus - das Grundieren hat schon Spaß gemacht. 

 

 

 

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